Bau · Baustellenscan

FAQ für Ingenieure

Klare Antworten dazu, wie der Roboter über eine laufende Baustelle geht, wie der Ist-Zustand gegen Ihre Zeichnungen verglichen wird und warum er nicht in eine Öffnung tritt. Geschrieben für Bauingenieure und Bauüberwachung — kein Marketing, nur die Methode.

01 · Navigation

Wie der Roboter über die Baustelle läuft

SLAM, Anlernläufe und Treppen — wo die Zeichnung endet und die Live-Erfassung beginnt.

F01Läuft der Roboter anhand einer geladenen Zeichnung?

Nein — und das ist grundlegend. Die Zeichnung ist ein Koordinatensystem für den Bericht, keine Karte für die Beine. Der Roboter erstellt seine eigene 3D-Karte in Echtzeit (SLAM: bordeigenes LiDAR + Inertialeinheit + Kameras) und lokalisiert sich darin.

Hindernisse, Personen, Materialien, eine gestern noch nicht vorhandene Wand — alles wird von Live-Sensoren erfasst, nicht aus einer Planung entnommen, die auf der Baustelle der Realität stets hinterherhinkt.

F02Woher kennt der Roboter die Route?

Der erste Besuch ist ein Anlernlauf (Teach-Run): Ein Bediener führt den Roboter entlang der Route, Treppen inklusive. Der Roboter merkt sich die 3D-Trajektorie mit Kontrollpunkten — und wiederholt sie danach autonom, Durchgang für Durchgang.

Genau deshalb ist der zehnte Bericht mit dem ersten vergleichbar: Die Route ist physisch dieselbe. Kontrollpunkte werden bequem direkt im Grundriss gesetzt — nach der Zuordnung gleicht der Roboter sie mit seiner Karte ab.

F03Woher weiß er, dass eine Treppe kommt und er nach oben muss?

Nicht aus dem Plan — eine 2D-Zeichnung hat keine Höhen. Tiefenkameras und LiDAR sehen Stufen als Geometrie, und der Laufregler des Vierbeiners ist darauf trainiert, die Füße auf Stufen zu setzen (Nennwerte: Stufen bis ~20 cm, Neigungen bis 40°).

Eine mehrgeschossige Karte ist ein Graph der Etagen: „Etage 3 → Treppensegment → Etage 4“, die Verbindungen werden im Anlernlauf aufgezeichnet. Im Rohbau, ohne fertige Treppenläufe, werden Etagen separat erfasst, mit manuellem Umsetzen des Roboters.

Die Baustelle ändert sich täglich — die SLAM-Karte wird bei jedem Durchgang aktualisiert. Das ist der Normalbetrieb, kein Problem.

02 · Geometriekontrolle

Wie der Ist-Zustand mit der Planung verglichen wird

Punktwolke rein, bezifferte Abweichungen raus — gegen Ihre DWG, IFC oder PDF.

F04Kann ich Grundrisse aus AutoCAD laden und Abweichungen erhalten?

Ja. Der Vergleich erfolgt nicht „im Hund“, sondern in der WOLKER-Cloud:

  • Der Roboter erfasst eine Punktwolke der Etage (~1,2 cm Genauigkeit), ohne etwas über die Planung zu wissen.
  • Die Punktwolke wird an das Koordinatensystem der Zeichnung ausgerichtet — über Achsen, Kontrollpunkte oder Best-Fit an den Wänden.
  • Abweichungen in der Ebene: horizontaler Schnitt der Punktwolke auf festgelegter Höhe → „Ist-Grundriss“ → Überlagerung auf DWG-Polylinien: Wandpositionen, Raummaße, Öffnungsgrößen und -positionen — in Zahlen.
  • Lotrechtigkeit der Wände: Ebenen werden in die Punktwolke eingepasst, Neigung gegen die echte Vertikale gemessen (Schwerkraft aus IMU bekannt) — in mm über Geschosshöhe, gegen Toleranzen nach DIN 18202 / SP 70.13330. Dafür ist keine Zeichnung nötig.
  • Öffnungen: Fenster- und Türkanten aus der Punktwolke extrahiert → Ist-Maße und -Höhen gegen die Planung.

Das Ergebnis kann als PDF-Overlay über dem Planblatt ausgegeben werden: Ist-Zustand in Rot auf der Planzeichnung. Mit BIM/IFC ist der Vergleich vollständig volumetrisch; mit nur 2D-AutoCAD — geschossweiser Vergleich plus unabhängige Lotrechtigkeit, für die Bauüberwachung ausreichend.

F05Welche Ein- und Ausgabeformate gibt es, und wie wiederholbar ist das?

Eingabe: DWG/DXF, IFC (BIM), PDF-Unterlagen.

Ausgabe: E57/LAS (Punktwolke), DXF/PDF-Overlays, Abweichungslisten in CSV/XLSX — kompatibel mit jeder CAD/BIM-Umgebung.

Wiederholbarkeit: dieselbe Route und dieselben Sensoren bei jedem Durchgang, sodass Abweichungen in der Dynamik sichtbar werden — was sich seit gestern geändert hat, was nach dem Betonieren, was nach dem Ausschalen.

03 · Sicherheit

Öffnungen, Schächte, Deckenkanten — warum er nicht abstürzt

Vier Staffeln der Absicherung. Keine davon wirkt allein.

S01Sensoren — „Kein Boden, kein Schritt“

Die Karte der Aufstandsfläche wird kontinuierlich erstellt. Ein Loch ist das Ausbleiben der Strahlreflexion dort, wo Boden sein sollte. Aufzugsschacht, Lüftungskanal, Deckenkante, Bodenöffnung — identisches Verbot. Die Regel ist hart: keine Bodendaten = kein Zutritt.

S02Zeichnung — Sperrzonen aus der Planung

Alle Schächte und Öffnungen sind aus DWG/IFC im Voraus bekannt — eine Keep-out-Ebene wird automatisch erstellt: 1,5–2 m Puffer von der Deckenkante, Zonen um jeden Schacht. Der Roboter plant dort keine Trajektorie, selbst wenn die Sensoren „Boden sehen“ — Folie oder Sperrholz über einer Öffnung ist sichtbar, ihre Tragfähigkeit sieht jedoch niemand.

S03Route — Bewegungskorridor

Der Roboter folgt der aufgezeichneten Trajektorie mit ~0,5 m Toleranz; alles außerhalb des Korridors ist per Definition verboten. Routen verlaufen durch die Innenzonen der Etage, nicht entlang der Kante.

S04Verhalten — Stopp bei Unsicherheit

Verlust der Lokalisierung, Staub, Dunkelheit, Abweichung von Karte und Realität → Stopp und Alarm an den Bediener, kein „ich versuche durchzukommen“. Ungewöhnliche Neigung oder Absacken eines Beins → Schutzstopp.

Der Roboter ersetzt die Sicherheitsvorschriften der Baustelle nicht. Öffnungsabsicherungen bleiben auch für Menschen Pflicht; unser Protokoll aktualisiert die Keep-out-Ebene bei jedem Geschosswechsel (im Service enthalten). Bonus für die Überwachung: Bei jedem Durchgang erfasst der Roboter den Zustand der Öffnungsabsicherungen — vorhanden / fehlt / verschoben — mit Foto im Bericht.

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