Bau · Baustellenscan
Klare Antworten dazu, wie der Roboter über eine laufende Baustelle geht, wie der Ist-Zustand gegen Ihre Zeichnungen verglichen wird und warum er nicht in eine Öffnung tritt. Geschrieben für Bauingenieure und Bauüberwachung — kein Marketing, nur die Methode.
01 · Navigation
SLAM, Anlernläufe und Treppen — wo die Zeichnung endet und die Live-Erfassung beginnt.
Nein — und das ist grundlegend. Die Zeichnung ist ein Koordinatensystem für den Bericht, keine Karte für die Beine. Der Roboter erstellt seine eigene 3D-Karte in Echtzeit (SLAM: bordeigenes LiDAR + Inertialeinheit + Kameras) und lokalisiert sich darin.
Hindernisse, Personen, Materialien, eine gestern noch nicht vorhandene Wand — alles wird von Live-Sensoren erfasst, nicht aus einer Planung entnommen, die auf der Baustelle der Realität stets hinterherhinkt.
Der erste Besuch ist ein Anlernlauf (Teach-Run): Ein Bediener führt den Roboter entlang der Route, Treppen inklusive. Der Roboter merkt sich die 3D-Trajektorie mit Kontrollpunkten — und wiederholt sie danach autonom, Durchgang für Durchgang.
Genau deshalb ist der zehnte Bericht mit dem ersten vergleichbar: Die Route ist physisch dieselbe. Kontrollpunkte werden bequem direkt im Grundriss gesetzt — nach der Zuordnung gleicht der Roboter sie mit seiner Karte ab.
Nicht aus dem Plan — eine 2D-Zeichnung hat keine Höhen. Tiefenkameras und LiDAR sehen Stufen als Geometrie, und der Laufregler des Vierbeiners ist darauf trainiert, die Füße auf Stufen zu setzen (Nennwerte: Stufen bis ~20 cm, Neigungen bis 40°).
Eine mehrgeschossige Karte ist ein Graph der Etagen: „Etage 3 → Treppensegment → Etage 4“, die Verbindungen werden im Anlernlauf aufgezeichnet. Im Rohbau, ohne fertige Treppenläufe, werden Etagen separat erfasst, mit manuellem Umsetzen des Roboters.
Die Baustelle ändert sich täglich — die SLAM-Karte wird bei jedem Durchgang aktualisiert. Das ist der Normalbetrieb, kein Problem.
02 · Geometriekontrolle
Punktwolke rein, bezifferte Abweichungen raus — gegen Ihre DWG, IFC oder PDF.
Ja. Der Vergleich erfolgt nicht „im Hund“, sondern in der WOLKER-Cloud:
Das Ergebnis kann als PDF-Overlay über dem Planblatt ausgegeben werden: Ist-Zustand in Rot auf der Planzeichnung. Mit BIM/IFC ist der Vergleich vollständig volumetrisch; mit nur 2D-AutoCAD — geschossweiser Vergleich plus unabhängige Lotrechtigkeit, für die Bauüberwachung ausreichend.
Eingabe: DWG/DXF, IFC (BIM), PDF-Unterlagen.
Ausgabe: E57/LAS (Punktwolke), DXF/PDF-Overlays, Abweichungslisten in CSV/XLSX — kompatibel mit jeder CAD/BIM-Umgebung.
Wiederholbarkeit: dieselbe Route und dieselben Sensoren bei jedem Durchgang, sodass Abweichungen in der Dynamik sichtbar werden — was sich seit gestern geändert hat, was nach dem Betonieren, was nach dem Ausschalen.
03 · Sicherheit
Vier Staffeln der Absicherung. Keine davon wirkt allein.
Die Karte der Aufstandsfläche wird kontinuierlich erstellt. Ein Loch ist das Ausbleiben der Strahlreflexion dort, wo Boden sein sollte. Aufzugsschacht, Lüftungskanal, Deckenkante, Bodenöffnung — identisches Verbot. Die Regel ist hart: keine Bodendaten = kein Zutritt.
Alle Schächte und Öffnungen sind aus DWG/IFC im Voraus bekannt — eine Keep-out-Ebene wird automatisch erstellt: 1,5–2 m Puffer von der Deckenkante, Zonen um jeden Schacht. Der Roboter plant dort keine Trajektorie, selbst wenn die Sensoren „Boden sehen“ — Folie oder Sperrholz über einer Öffnung ist sichtbar, ihre Tragfähigkeit sieht jedoch niemand.
Der Roboter folgt der aufgezeichneten Trajektorie mit ~0,5 m Toleranz; alles außerhalb des Korridors ist per Definition verboten. Routen verlaufen durch die Innenzonen der Etage, nicht entlang der Kante.
Verlust der Lokalisierung, Staub, Dunkelheit, Abweichung von Karte und Realität → Stopp und Alarm an den Bediener, kein „ich versuche durchzukommen“. Ungewöhnliche Neigung oder Absacken eines Beins → Schutzstopp.
Der Roboter ersetzt die Sicherheitsvorschriften der Baustelle nicht. Öffnungsabsicherungen bleiben auch für Menschen Pflicht; unser Protokoll aktualisiert die Keep-out-Ebene bei jedem Geschosswechsel (im Service enthalten). Bonus für die Überwachung: Bei jedem Durchgang erfasst der Roboter den Zustand der Öffnungsabsicherungen — vorhanden / fehlt / verschoben — mit Foto im Bericht.
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